Schon vor Beginn unserer Reise war für mich klar, dass wenn wir schon in Perth sind, ein Tagestrip nach Rottnest Island ein absolutes Muss ist. Schon 2012 habe ich einen Tag auf Rottnest (die Australier sagen ‘Rotto’) verbracht und war absolut begeistert. Die Tickets für die Fähre haben wir schon in Irland gekauft und am dritten Tag in Perth ging es auf die 18km von Fremantle enfernt gelegene, kleine Trauminsel.

Rottnest Island ist mit einer Fläche von 19 km² zwar nicht die größte Insel, hat aber einiges zu bieten. Wie oben erwähnt haben wir unsere Tickets schon im Voraus gebucht, da zum Zeitpunkt unseres Besuches Schulferien in Perth waren und wir nicht Gefahr laufen wollten am Ende keine Fähre mehr zu bekommen. Letztendlich denke ich, dass dies nicht passieren kann, da die Fähren mehrmals täglich fahren und es mehr als einen Fähranbieter gibt:

Schaut euch am Besten alle Anbieter an und überlegt, welche Zeiten und Ableger euch am Besten passen. Zudem gibt es verschiedene Pakete, die gebucht werden können. Wir haben uns für den Rottnest Express entschieden und haben zusätzlich zum Ticket noch zwei Fahrräder dazugebucht. Wir haben den B Shed in Frematle gegen 10.30 Uhr verlassen und waren bis 17 Uhr auf Rottnest. Ticketpreise für den Rottnest Express inklusive Räder starten ab 69 AUD (ca. 43 €) und variieren je nach Saison. Die Überfahrt mit der Fähre von Fremantle dauert ca. 25 Minuten. Mit viel Glück kann man Delfine sehen…wir haben leider nur eine Flosse zu Gesicht bekommen.


Es gibt zwar einen Shuttle Bus (Tickets kosten 3 AUD pro Tag) auf Rottnest, aber ich kann euch nur empfehlen Fahrräder auszuleihen, da man um einiges flexibler ist. Allerdings solltet ihr ein gewisses Level an Fitness haben, da die Strecke nicht immer flach ist. Ganz im Gegenteil, es gibt einige Hügel, die erklommen werden wollen. Zudem solltet ihr euch bewusst sein, dass es wenig Schatten gibt und extrem heiß werden kann. Sonnencreme, Sonnebrille und ein Wasservorrat sind also ein Muss. Wasserflaschen können beim Fähranleger aufgefüllt werden, sobald ihr den kleinen Ort verlasst gibt es kein Trinkwasser. Solltet ihr also vorhaben die Insel mit dem Rad zu umruden, sollten die Wasserflaschen vorher aufgefüllt werden.

Packliste für einen Tag auf Rottnest Island:

  • Wasser
  • Snacks (packt nichts ein, dass schmilzen kann)
  • Handtuch, Bikini und Flip Flops
  • Hut und Sonnenbrille
  • Sonnencreme
  • Schnorchel und Taucherbrille (können bei Bedarf auch ausgeliehen werden)
  • Kamera und/oder Handy

Geschichte Rottnest Islands und Highlights

Ein kurzer Blick in die Vergangeheit

So schön die Insel auch sein mag, ihre Geschichte ist es leider nicht. Rottnest Island wurde vor 30.000 bis 6500 Jahren von den Aborigines besiedelt. Diese verließen die Insel allerdings vor 7000 Jahren als der Meeresspiegel stieg und Rottnest sich vom Festland trennte. Im 16. Jahrhundert segelten holländische Seefahrer an Rottnest vorbei und im 1916 setzte Frederick de Houtman seinen Fuß auf die Insel. 1969 landete Willem de Vlamingh auf Rottnest und verpasste der Insel den Namen ‘Rotte nest’ (Rattennest), da er wahrscheinlich über etliche Quokkas gestolpert ist und diese mir Ratten verwechselte. Den Quokkas machte die Abgeschiedenheit der Insel nichts aus und sie entwickelten sich ohne menschlichen Einfluss und natürlich Feinde prächtig. Diese Ruhe wurde mit Gründung der Swan River Colony gestört, aus den beiden Seen auf Rottnest wurde Salz gewonnen, der Wadjemup Leuchturm wurde auf der höchsten Erhöhung gebaut, der Brathurst Leuchtturm folgte. Die Insel wurde als Gefangenenlager für Aborigines genutzt (so etwas macht mich einfach nur wütend), es wurde ein Gefängnis, The Quod,  gebaut und 700 Aborigines starben an den Folgen von Krankheiten und schlechter Behandlung. Rottnest wurde zum größten Aborigines-Friedhof Australiens (Wadjemup Burial Ground) und hier kommts…ein Campingplatz befand sich für mehrere Jahre auf dieser Fläche. Das Gefängnis wurde zu Touristenunterküften umgebaut. Im ersten Weltkrieg wurde Rottnest als Internierungslager für Kriegsgegner und – gefangene eingerichtet, dieses Lager wurde im Jahre 1915 aufgrund schlechter Unterküfte und sanitärer Anlagen verlegt. Nach Ende des ersten Weltkrieges bekam Rottnest einen Militärstützpunkt verpasst und mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde auf Rottnest ein zweites Internierungslager eingerichtet und mit italienischen Kriegsgefangenen gefüllt, die nach Eintritt Italiens in den Krieg in Western Australia verhaftet wurden.  Die Kingstown Barracks befinden sich auch heute noch auf Rottnest und werden als Backpacker Hostel benutzt. Der Army Jetty (auf dem Bild unten) erinnert ebenfalls an die Geschichte der Insel, welche meiner Meinung nach nicht mit Campingplätzen, Hostels und Touristenunterküften zubetoniert werden sollte. 2008 wurde ein Denkmal errichtet, welches an diejenigen erinnert, die auf Rottnest gestorben sind, das Gefängnis soll nicht mehr als Unterkunft genutzt werden und der Campinplatz wurde vom Wadjemup Burial Ground entfernt  — somit bleibt die Hoffnung, dass die Geschichte Rottnest Island’s mehr und mehr so behandelt wird, wie sie es verdient. Hier ein interessanter Artikel, auf English, zu dem Thema.

Australia hasn’t done a very good job of remembering and acknowledging past trauma, but Rottnest Island is a masterclass in forgetting.

Nachdem ich diesen Absatz geschrieben habe, kommt mir mein Slogan mit der Lebensfreude irgendwie Fehl am Platz vor. Jedoch denke ich auch, dass man das Recht hat einen Ort in vollen Zügen zu genießen solange man sich über dessen Geschichte bewusst ist.

Ricey Beach

Nachdem wir ein oder zwei Strände angefahren haben, die uns zu voll waren und an denen zudem ein starker Wind wehte, war Ricey Beach eine wahre Oase. Windstill und beinahe menschenleer. Wir breiteten unsere Handtücher aus, ich schnappte mir Taucherbrille und Schnorchel und ging auf Entdeckungstour.  Ich konnte tatsächlich einigen Fischen folgen und habe außerdem ein paar Muscheln gefunden, die nun unsere Fensterbank im Badezimmer zieren. Das Wasser ist so klar, dass selbst ich als recht wasserscheuer Mensch, keine Angst hatte.

Weitere gute Schnorchelspots auf Rottnest:

  • Little Salmon Bay
  • The Basin
  • Little Armstrong Bay
  • Parker Point

Pinky Beach

Ein Bild vom Pinky Beach hatte ich vor meiner Abreise als Desktophintergrund und hatte es mir zur Aufgabe gemacht, nach dem Urlaub mein eigenes Foto verwenden zu können. Pinky Beach liegt im Norden und man muss durch die Feriensiedlung der Insel fahren um dorthin zu gelangen. Haltet euch an den Brathurst Leuchtturm und Pinky Beach sollte nicht zu verfehlen sein. Es ist zwar kein einsamer Strand, aber der Blick auf den Leuchturm ist den kleinen Abstecher auf alle Fächer wert. Zudem wird die Feriensiedlung nicht nut von Urlaubern sondern ebenfalls von Quokkas besiedelt. Wer sich das Ziel gesetzt hat ein Selfie mit den fröhlich dreinschauenden Tierchen zu machen, sollte hier vorbeischauen.

…und solltet ihr euch jetzt fragen, was sind denn eigentlich Quokkas?? Quokkas sind Beuteltiere, gehören zur Familie der Kängurus und sind lediglich auf Rottnest Island und auf dem Festland im südlichen Teil Western Australias zu finden. Auf Rottnest haben sie es sich gemütlich gemacht und haben, bis auf Selfiemachende Touristen, keine natürlichen Feinde.  Wer ein Quokka sehen möchte, sollte also nach Rottnest fahren, wo die neugierigen Tierchen an wirklich jeder Ecke herumhüpfen.

Während unserer Inselumrundung musste ich einige Male stehen bleiben um die Schönheit Rottnest Islands bewundern zu können und natürlich das ein oder andere Foto zu machen. Insgesamt waren wir 6 Stunden auf der Insel, konnten eine große Runde mit dem Fahrrad drehen, an zwei Stränden Halt machen und haben den Tag mit einem Bier in der Thomsons Bar mit Blick auf das Meer beendet.


Ach, Rottnest, wir hatten eine wirklich wundervolle Zeit!

Wart ihr schon einmal auf Rottnest oder ist es gerade auf euer Liste mit Reisezielen gewandert?

Categories: AustralienUnterwegs

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