Carrauntoohil
Standort: Kerry
Höhe: 1.039 Meter
Route: Devils’ Ladder & Cnoc na Toinne
Länge: 11km, ca. 6 Stunden
Schwierigkeitsstufe: hoch

...oder: SO nass war ich noch nie!

Carauntoohil ist mit 1.039 Metern der höchste Berg Irlands und stand auf unserer Liste schon immer ganz weit oben. Bei der Planung unseres Roadtrips durfte diese Wanderung also nicht ausgelassen werden und so sind wir gleich am zweiten Tag zum Cronin’s Yard aufgebrochen. Dort sollte unsere Wanderung starten und auch enden.

Da wir in der Nähe Kenmare’s in der 2 Mile Lodge genächtigt haben, entschieden wir uns nicht durch Killarney sondern durch den Gap of Dungloe Richtung Cronin’s Yard zu fahren. Der Weg ist etwas schwer zu finden und nicht wirklich ausgeschildert, aber wirklich lohnenswert, da er einen durch wunderschönste Natur, Gebirge und vorbei an Bächen, Wiesen und dem ein oder anderen Schaf führt. Ein Navi wird auf jeden Fall benötigt.

Am Cronin’s Yard konnten wir unser Auto gegen eine kleine Spende (man wirft ein, zwei Euro in eine Box) abstellen und wechselten in unsere Wanderschuhe. Da die Wettervorhersagen vor Dauerregen gewarnt hatten, packten wir alle Regensachen in unsere Rucksäcke und dann konnte es auch schon losgehen.

Der erste Kilometer ist immer der Schlimmste und ich kann mir nie vorstellen für mehrere Stunden unterwegs zu sein. Irgendwann hat man sich aber an das Laufen gewöhnt und denkt nicht mehr viel drüber nach. Der erste Kilometer dieser Wanderung war leider auch der einzig trockene. Nach kurzer Zeit fing es an leicht zu nieseln, dieser Nieselregen entwickelte sich relativ schnell in einen wahren Wolkenbruch und wir waren froh, unsere Regensachen dabei zu haben (die sollte man in Irland sowieso immer dabei haben). Es regnete, regnete und regnete…und es regnete immer noch als wir am Fuße der Devil’s Ladder ankamen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich, aus Angst um meine Kamera, schon aufgehört Fotos zu machen. Aus diesem Grund gibt es nur Fotos vom ersten, noch relativ trockenen Teil unserer Wanderung und ein paar Handyfotos.

Erstaunlicherweise waren wir nicht die Einzigen, die entschieden haben im strömenden Regen wandern zu gehen. Wir trafen ein weiteres Päärchen und einen Dreiertrupp, von denen einer in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs war. Nur durch das Wissen, dass wir nicht ganz alleine sind, habe ich mich entschieden die Devil’s Ladder zu erklimmen und nicht kehrt zu machen. Ihr solltet wissen, dass die Devil’s Ladder (wie der Name vielleicht schon verrät) kein Kinderspiel ist. Es ist keine Leiter, sondern ein Weg der steil den Berg hinaufführt und ausschließlich aus Steinen besteht. Man klettert also über Geröll (ja, es ist ein öffentlicher Wanderweg) und in unserem Falle über Geröll und wahre Sturzbäche an Wasser, die das Ganze noch etwas schwieriger gemacht haben.

Da ich eh schon durchnässt war, hat mir das Wasser nicht viel ausgemacht. Ich hatte aber immer Angst, dass entweder ich oder jemand anderes einen Stein lostritt und eine Lawine auslöst. Das klingt jetzt ganz schön unverantwortlich, aber glaubt mir, ich habe bestimmt 15 Minuten gebraucht, um zu entscheiden, ob ich mich sicher genug fühle, den Aufstieg anzutreten, hätte es ohne jegliche Wandererfahrung wahrscheinlich nicht gemacht und war beim Aufstieg wirklich sehr vorsichtig und habe jeden Schritt sorgsam gewählt. Zudem wusste ich, dass es einen anderen Weg gibt und ich die Devil’s Ladder nicht wieder herunter muss. Das wäre bei der Wetterlage wahrscheinlich unmöglich gewesen. Hier seht ihr unsere gesamte Route:

Ganz auf die Spitze haben wir es allerdings nicht geschafft, da wir durch starken Nebel nur einige Meter Sichtweite hatten und nicht genau wussten, wie weit wir noch vom Ziel entfernt waren. Es war nass, kalt und wir mussten auch noch wieder zurück zum Auto. Aus diesem Grund sind wir (wahrscheinlich kurz vor dem Ziel) umgekehrt und sind über den Cnoc na Toinne ins Tal abgestiegen. Diesmal ging es über einen im zickzack verlaufenden Weg nach unten. Dieser war zwar einfacher zu bewältigen als die Devil’s Ladder, hat aber irgendwann einfach aufgehört, so dass wir uns erneut unseren eigenen Weg suchen mussten…das Wasser stand uns teilweise bis zu den Knöcheln und wir standen einige Male vor kleinen Bächen, die nicht so einfach zu überwinden waren.

Regen und Nebel waren unser ständiger Begleiter und so haben wir von der sagenhaften Aussicht leider nichts mitbekommen. Anscheinend sind wir über einen Bergkamm gewandert, an dessen Seiten man einen Blick ins Tal hatte. Nur am Ende hat sich der Nebel zeitweise gelichtet und den Blick auf die Seen und Gebirgswände freigegeben, an denen sich durch den Regen Wasserfälle gebildet hatten. Diese Momente waren der Wahnsinn und trotz nassen Füßen mussten wir stehenbleiben und dieses Naturschauspiel bewundern.

Endlich wieder beim Auto angekommen, waren wir wirklich bis auf die Knochen durchnässt, wechselten so schnell wie möglich in unsere trockenen Klamotten und wärmten uns mit einer Tasse Tee, Decken und der Standheizung so gut wie möglich auf.

Dieser Trip war wirklich ein Abenteuer und eines Tages werden wir bestimmt nochmal zurückkommen und Carrauntoohil erneut erklimmen…dann aber bitte ohne Regen und bei Sonnenschein!

Nützliche Links

Verschiedene Routen und nützliche Tips: http://www.activeme.ie/guides/walks/carrauntoohil-mountain-via-devils-ladder-kerry/
Cronin’s Yard (Unterkünfte am Fuße Carrauntoohils): http://croninsyard.com/

 


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